private Gönnerin will Kindergarten stiften

ehemalige Gutsherrin Anzius und die Gemeinde verhandeln

Aus Verbundenheit mit Farnroda will eine wohlhabende Gönnerin sehr viel Geld und Grundstücke in eine Stiftung geben. Davon soll auf dem gelände des einstigen Schlossgutes ein Kindergarten gebaut werden.

Anne-Kathrin Anzius lebt seit langer Zeit in Calw westlich von Stuttgart. Sie ist die Witwe von Bertold Anzius. Er war letzter Herr im Schloss und auf dem Gut in Farnroda, ehe ihn in den 1950-er Jahren die DDR-Landwirtschaftspolitik und Zwangskollektivierung aus Thüringen graulten. Westwärts. Sein Besitz wurde enteignet. “Herr Anzius hatte seinerzeit den ersten Kindergarten im Ort eingerichtet, damit die Kinder seiner Erntehelferinnen betreut waren”, schildert heute Angelika Gärtner. Auf Seiten der Gemeinde Wutha-Farnroda ist die rathaus-Mitarbeiterin für Kommunalentwicklung eng in die Verhandlungen mit Frau Anzius eingebunden, die immer noch regelmäßig aus dem Schwäbischen nach Wutha-Farnroda komme. Der Satzungstext für die Stiftung sei bereits fertig. Er durchlaufe gerade die Prüfungsrunde in verschiedenen Thüringer Ministerien. Die Gemeinde hofft, dass noch im Januar das Einverständnis dazu aus Erfurt kommt.

70 000 Euro will die Gemeinde als eigenen Anteil zum Stiftungskapital beisteuern – so steht es im kürzlich beschlossenen Haushalt 2004. Ein Mehrfaches dieser Summe will Frau Anzius einbringen. Allerdings haben beide Seiten Vertraulichkeit vereinbart, was genaue Angaben betrifft.

Ein wichtiger Part der Bertold-Anzius-Stiftung werden die ehemaligen Gutsgebäude Hauptstraße 3 und 5. Das größere von beiden, das sogenannte Inspektorhaus, fällt durch sein Uhr-Türmchen auf dem Giebel auf. Seine Glocke läutete früher den Arbeitstag ein. Die beiden Häuser werden von Frau Anzius eingebracht. Ursprünglich war gewollt, sie zu sanieren, aber der marode Zustand lässt das wohl nicht mehr zu, sagte Gärtner. Möglicherweise könne der Neubau Fassadenelemente der historischen Vorgänger anklingen lassen oder rettbare Teile werden wiederverwendet. Dazu sei manches offen, aber in groben Zügen liege eine Planung vor. Die Vorgespräche für das Projekt reichen noch in die Zeit zurück, als Ernst Kranz Bürgermeister im Ort war. “Jetzt hoffen wir auf einen Baustart vielleicht im Spätsommer”, erklärte Angelika Gärtner.